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Montag, 1. September 2014

Three Weddings ......

Neulich besuchten wir Stamford in Lincolnshire. Eine wirklich charmante Stadt, schöne Geschäfte, tolle Restaurants, alte, gut erhaltene Bausubstanz. Nicht umsonst werden hier immer wieder die so beliebten bitischen Kostüm-Dramas gedreht.
Offenbar werden die Vorzüge dieser kostenlosen Filmkulisse auch von Brautpaaren sehr geschätzt, denn an diesem Samstag sahen wir drei Brautpaare, die an verschiedenen Locations in dieser Stadt den Bund fürs Leben schlossen. 
Mich überrascht es wirklich immer wieder, wie in der heutigen Zeit, wo doch fast jede zweite Ehe geschieden wird, immer noch so viele junge Menschen diesen Weg gehen. Offenbar ist, wie im Märchen und beim guten Krimi, der Glaube daran, dass das Gute siegen wird und man am Ende zu den Paaren gehören wird, die es geschafft haben, größer, als die nackten Tatsachen der Statistik. Ich wünsche jedenfalls allen Paaren einen glücklichen Ausgang ihrer Love Story.   
Und selbstverständlich hoffe auch ich, dass ich irgendwann mit Shania Twain sagen kann: 'Still the One'!

 

Sonntag, 31. August 2014

Corn Chowder - Suppe aus frischem Gemüsemais

Frischer, lokaler Gemüsemais schmeckt einfach göttlich! Hier auf der Insel werden fast in jedem Gemüsegarten ein paar Pflänzchen davon angebaut. Der Mais kam aus den Kolonien (USA) hierher. In Deutschland kannte ich Mais nur in Dosen, die wurden dann in den Nudelsalat gekippt..... oder als Futtermais auf den Feldern. Maiskolben geknabbert hat mein Sohn als er ein Jahr war. Er entdeckte bei einem Urlaub in Frankreich neben dem Ferienhaus ein Maisfeld und hat flugs einen Kolben abgerissen und hineingebissen.
Wir essen frischen Gemüsemais meist als Beilage zum BBQ mit salziger Butter bestrichen, yummy!  Und falls sich jemand fragt, wie man ihn zubereitet? Mais von Blättern und Haaren befreien, Spitze beschneiden und halbieren. In Wasser mit etwas Zucker ca. 7 Minuten kochen. Dann nur noch auf dem Grill 'anbräunen' und noch heiss mit salziger Butter bestreichen, nicht einfach zu essen, da tropft die Butter schon einmal vom Kinn.
Blog-Event CI - Smooth food, geschmeidig und genussvoll! (Einsendeschluss 15. September 2014)
Diesmal habe ich eine Suppe - eine Corn Chowder - aus den frischen Maiskolben gefertigt. Die eignet sich sofort auch als Beitrag zum Blogevent 'smooth Food' der derzeit von Claudia bei Zorra ausgerichtet wird. Dazu zwei Maiskolben wie oben angegeben vorbereiten. Gleichzeitig eine Suppe aus den folgenden Zutaten kochen:
Gemüsebrühe
1 Stange Sellerie, kleingeschnitten
1 Stange Lauch, in Ringe geschnitten
3 Kartoffeln, in Stücke geschnitten
1 Knofizehen, gehackt
1 Lorbeerblatt
frischer Thymian
Die genannten Zutaten ca. 20 Minuten kochen, dann das Lorbeerblatt und die Thymianzweige herausfischen. Mit einem großen Messer die Maiskörner von den abgekühlten Maiskolben abschneiden. 2/3 der Maiskörner in die Suppe geben und nun mit einem Zauberstab gut zerkleinern, der Mais macht die Suppe supercremig, diese Cremigkeit kann man durch Zugabe von Double Cream noch multiplizieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und zum Schluss die restlichen Maiskörner in die Chowder geben. Mit Schnittlauch bestreut genießen. Diese Corn Chowder ist perfekt für die kühleren Tage, leider war ich so wild darauf, sie zu probieren, dass ich kein Foto von der fertigen Chowder gemacht habe, aber Ihr könnt Euch sicher einen Teller gelbe Suppe mit Schnittlauch bestreut vorstellen, gell?
Sehen diese Dingelchen nicht aus wie gemalt?

Mittwoch, 27. August 2014

Am Grand Union Canal und Quarkhörnchen, Rugelach oder auch Rogaliki - oder wie sie sonst noch heissen

Heute kommt eine etwas längere Fotostrecke, ich hoffe es gefällt! Ausserdem nochmals das Rezept für die Quarkhörnchen meiner Oma Anna, die sich einer breit angelegten Tradition erfreuen, sind sie doch unter verschiedenen Namen an vielen Orten bekannt, Rugelach in jiddisch, Rogaliki in der slavischen Version. Der Teig besteht nur aus drei gleichen Teilen Butter, Quark und Mehl, mehr nicht! Da braucht es keinen Aufwand und keine Küchengeräte, das lässt mich darauf schließen, dass dieses Rezept schon lange existiert und weitergegeben wurde.
Sonntag, als die Sonne noch schien, als sich noch nicht das Grau in Grau dieser letzten beiden Regentage auf uns herabgesenkt hatte, radelten wir zum Grand Union Canal. Dieser Kanal stellte am Anfang des Industriezeitalters einen wichtigen Transportweg auf der Insel dar. Von der reinen Industrienutzung ist er nun ausschließlich als Freizeiteinrichtung in Gebrauch, und das gar nicht wenig, ich denke der Betrieb, der heute dort herrscht ist durchaus vergleichbar mit dem Betrieb der dort zu Hochzeiten der gewerblichen Nutzung herrschte. Oben im Bild das Cosgrove Iron Trunk Aqueduct. Mehr als 200 Jahre alt, erfüllt es weiter tapfer seinen Zweck. Dieses Aquädukt führt den Grand Union Canal in 18 Metern Höhe über den Fluss Great Ouse.
 Dies ist der Fluss Great Ouse.
 Dies ist der Grand Union Canal.
 Hier ein Blick in die weitere Umgebung vom Aquädukt.
In diesem Bild kann man die Wasserführung über den Fluss sehen, einen schmalen Weg, früher für die Pferde, heute für uns Ausflügler, gibt es nur auf einer Seite.
 Nochmals der Blick auf den Kanal auf dem Aquädukt.
Wartende Boote an der Schleuse Cosgrove. Frühstücksduft zog durch die Luft, Bacon Sandwiches, frischer Kaffee und Holzfeuer (viele Boote haben noch einen Holzofen) mmmmhhh.
Immer wieder faszinierend, wie gut diese Schleusentore und deren einfache Mechanik nach so einer langen Zeit noch funktionieren. Langsam und beschaulich geht es zu, zwei der schmalen 'Narrow Boats' passen maximal in einen Schleusendurchgang. Alles wird von Hand gekurbelt, einen Schleusenwärter, der nur auf den Knopf drückt, gibt es nicht.
Der Kanal stammt noch aus einer Zeit, in der man Industriebauten durchaus auch ästhetisch ansprechend gestaltete.
Malerisch ruhig an diesem Morgen, links kann man den Treidelpfad gerade noch so erkennen, es war stellenweise schwierig auf dem Fahrrad, es musste an manchen Stellen auch geschoben werden. Da hat sich in den Jahrhunderten nichts verändert, nur die Pferde fehlen!
Dafür gibt es andere neugierige Anrainer, die sich auch 'mal ein Schlückchen des brackigen Wassers genehmigen.
Nun aber zurück zu den Quarkhörnchen, den vorbereiteten Teig lässt man am besten einige Stunden ruhen, besser noch über Nacht ruhen. Zurück vom Radeln, geht dann alles blitzschnell.
Den Teig einigermaßen gleichmäßig dünn ausrollen und in Dreiecke ausradeln. Diese mit je einen TL Marmelade, Oma Anna nahm Pflaume, ich habe diesemal Blaubeere genommen, und mit je einem Stückchen weisser Schoki belegen - den Trick kannte Oma Anna noch nicht, der kommt von Küchenschabe! Die Seiten des Dreiecks etwas anfeuchten und zum Hörnchen einrollen.
Das ging auch schon 'mal besser - sie sehen ein bisschen 'individuell' aus. Bei 180 Grad ca. 20 Minuten backen. Schmecken einfach göttlich!

Donnerstag, 21. August 2014

Risotto mit römischem Salat

Ich denke, dass Risotto kulturgeschichtlich gesehen sehr, sehr alt sein muss. Breichen in der einen oder anderen Form, will sagen mit den Körnern, die gerade lokal zur Verfügung stehen, sind schon fast Teil unserer DNA, so lange futtern wir sie schon. Der Reis kam im Mittelalter durch die Araber in europäische Breitengrade und wurde sogleich von den Spaniern und Italienern angenommen. Vorher waren es vielleicht Hafer, Linsen, Buchweizen, Emmer oder Hirse, die wir unter viel Rühren im Kessel auf dem offenen Feuer langsam zu dieser wärmenden und so himmlisch wohlschmeckenden Pampe verarbeitet haben. Daher erklärt sich für mich die andauernde Popularität dieser Speisen bei Jung und Alt.
Dieses Risotto wurde wie üblich gemacht, zuerst Zwiebelchen mit Knofi und Reis anschwitzen, mit etwas Dry Martini ablöschen und dann nach und nach die vorbereitete Hühnerbrühe unterrühren. 5 Minuten vor Ende der Garzeit eine Tasse TK Erbsen zugeben und ganz am Ende der Garzeit einen ganzen kleingeschredderten römischen Salat unterheben, er sollte nur kurz anwelken, das gibt dem Risotto Frische und Crunch! Ein Salat im Risotto erscheint vielleicht zuerst etwas ungewöhnlich, aber ich rate jedem, es einmal zu versuchen. Abschmecken mit Zitronensaft, Parmesan, etwas Double Cream und reichlich Pfeffer.


Sonntag, 17. August 2014

Schweinefilet- Töpfchen - Essen als Religion - lieber nicht!

Also, jetzt muss es einmal raus: Ich finde Essen sollte nicht zur Religion, oder zum Religionsersatz werden! Ich lese viele Food-Blogs und in letzter Zeit fällt mir auf: Askese ist offenbar angesagt! Religion war gestern, heute lebt der Verzicht, auf hohem Niveau, versteht sich. Nur wenn ich mich 'richtig' kasteie, bin ich! Da werden wahlweise Zucker,  Eier, Milchprodukte, Weizen, Fleisch, bzw Schweinefleisch, oder auch nur rotes Fleisch verschmät. Entsagung in Reinstform, fast schon das Nagelbrett des Fakirs! Liebe Leute, wo bleibt denn da der Genuss? Im Namen des Verzichts - oder was auch immer, futtern wir Westler, und das nur, weil wir es uns leisten können, den Menschen in Bolivien das Quinoa wech -  und die nächste Krise, vielleicht bei Kokosmilch, denn die verzehrt momentan auch schon jeder?  Sollten wir uns nicht doch lieber ein bisschen lokaler orientieren, nicht alles so verkniffen sehen und mehr Spass haben, beim Essen?
Fleisch muss nicht jeden Tag, aber ganz darauf verzichten? Das bedeutet doch jedwede Tradition zu verleugnen. Wir Nordeuropäer essen tradtitionell Fleischgerichte, wollen wir  alle diese Rezepte in Zukunft nicht mehr kochen und damit unsere Identität komplett kompromittieren? So etwas käme zum Beispiel den Franzosen gar nicht erst in den Sinn. Ich persönlich finde, auf die Herstellung kommt es an, diesen Prozess sollten mehr und mehr Leute kritisch hinterfragen, denn wenn genug Leute das wollen, und auch bereit sind dafür zu bezahlen, kann sich auch in der Tierhaltung etwas ändern!
Filet-Töpfchen, der Schlager auf den Speisekarten meiner Kindheit, jedes Restaurant, das auf sich hielt, hatte eine Version auf der Karte, wahlweise auch mit Käse überbacken. In meiner Kindheit in den Siebziger Jahren gingen wir eher selten ins Restaurant, denn meine Eltern hatten sich ein Riesenprojekt übernommen, sie bauten ein eigenes Haus, von Grund auf.....und ich meine wirklich von Grund auf, mit Spaten in der Hand wurden die Fundamente ausgehoben! Wenn wir dann doch einmal in Restaurant gingen, Samstag oder Sonntag Abend, bestellte sich Mutti meist so ein Filet-Töpfchen. Und weil das so schön zu diesem Event passt, 
 Kindheitserinnerungen
koche ich das jetzt auch nach. Für vier Portionen braucht man:
Ein Schweinefilet, aus biologischer, lokaler Aufzucht - in mundgerechte Stücke geschnitten
1 große Bananenschalotte, kleingeschnitten
1 rote Zwiebel, dito
2 Knofizehen, gerieben
Bund frischer Thymian (aus dem Garten)
250g braune Champignons, in einer separaten Pfanne in etwas Butter braun gebraten
Lorbeerblatt
Rapsöl
getrocknete Steinpilze (optional)
1 Schuss Weisswein
250ml Hühnerfond
Abschmecken mit Senf, Pfeffer, Salz und Double Cream
ggfs mit etwas Speisestärke anbinden
Zwiebeln mit Knofi und Thymian in reichlich Rapsöl anschwitzen, Schweinefilet zugeben und von allen Seiten anbräunen. Mit Weisswein ablöschen und vorgebratene Pilze, getrocknete Pilze und Hühnerfond zugeben und auf kleiner Flamme 20 Min leicht köcheln lassen. Abschmecken und ggfs andicken. Ein leckeres Sonntagsessen, Rösti würden sicher gut dazu passen, bei uns gab es Reis.
Wenn es den Schweinchen so gut geht, wie hier unlängst in Norfolk gesehen, kann man sicher auch ab und zu beruhigt Schweinefleisch auf den Tisch bringen.

Freitag, 15. August 2014

Sandringham in Norfolk, hier feiert Mrs Q Weihnachten

Die weise alte Dame, die wir hier übrigens Mrs Q nennen, nicht Lisbeth, wie sie liebevoll in Deutschland genannt wird, und die die Geschicke dieses Landes nun schon seit Generationen regiert kann landauf - landab über viele Wohnsitze verfügen.
Sie mag wohl, genau wie ich, und auch meine Katze, Regelmäßigkeit und Vorausschaubarkeit. Das bedeutet, dass sie immer zu den gleichen Zeiten ihre Wohnsitze 'abwohnt'. Wie sollte sie sonst auch den Überblick behalten?
Unter der Woche lebt sie im Buckingham Palace. Zum Wochenende und in der Freizeit geht es dann nach Windsor unweit von London.
Im Sommer (August) macht sie Urlaub in Schottland. Die Schotten, von je her rebellisch, sollen schliesslich auch sehen wo der Hammer hängt auch nicht auf Mrs Q verzichten. Auf Balmoral gibt es dann Pony-Reiten für die Urenkel, BBQ, Fischen und Outdoor Lifestyle. Der Urlaub dort fällt auch nett mit dem 'Glorious Twelfth', dem 12. August und somit der Eröffnung der Moorhuhn-Schiess-Saison zusammen.
Weihnachten und das neue Jahr verbringt sie immer in der Privat-Residenz Sandringham in Norfolk. Die Bilder hier sind alle von unserem Besuch dort im Juni. Im Vergleich zu anderen Residenzen ist Sandringham mehr als Privathaus ausgelegt, gebaut für die erweiterte Familie. Dort ist es gemütlich, die Räume sind weniger repräsentativ und eher familienorientiert. Beim Besuch kommt man der Royal Family sehr nahe und ich kann gut verstehen, warum diese Familie gerade Weihnachten dort verbringt.
Mrs Q selbst ist gärtnerisch nicht so ambitioniert wie etwa ihre Mutter oder ihr Sohn, und ich denke daher ist der Park eher auf Vistas und Struktur ausgelegt. Es gibt viel Immergrün und sorgfältig zusammengestellte Pflanzenarrangements. So hat man auch im Winter etwas zu schauen.
In Norfolk ist Schnee im Winter durchaus keine Seltenheit und man kann sich diesen Park gut mit Puderzucker bestreut vorstellen.
Ein sehr schöner Besuch war es dort. Es gibt einen wunderschön gelegenen Picknickbereich. Also, solltet Ihr dort vorbeikommen, unbedingt ein Pickick mitnehmen. Obwohl, der Tea-Room hatte es uns auch angetan, er liegt im ehemaligen Pferdestall.
Irgendwie war es auch der richtige Ort für Hubby, um sein allererstes Senioren-Ticket zu bekommen!

Donnerstag, 14. August 2014

Kartoffel Pierogi - the easy way

Ihr habt es schon gemerkt, ich mache es mir gerne einfach und ich liebe gutes Essen. Daher gibt es schon 'mal ein paar kürzere Wege um schnell und genussvoll ans Ziel zu kommen. Auf vielen US Blogs geistern diese Wonton Wrappers schon lange als schnelle Nudel herum. Nun wollte ich es auch einmal ausprobieren. Herausgekommen sind eine Art Pierogi, Füllungen können, wie immer, nach Geschmack variiert werden.
Im Kühlschrank geisterten noch zwei leckere Pellkartoffeln herum, übrig von einem anderen Essen in dieser Woche. Diese habe ich geraffelt und mit geriebenem Parmesan (anderer Hartkäse geht auch), Frischkäse/Quark und einem Eigelb vermischt. Gewürzt wurde die Mischung mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und getrocknetem Thymian.
Diese Wonton Wrappers kann man in jedem Asialaden, meist TK, kaufen. Sie sind schon fertig in der richtigen Größe ausgerollt. Mein Paket hatte 20 Stück, das reicht für zwei Portionen als Hauptgericht, oder vier Portionen als Vorspeise.
Einen TL der Füllung auf jede Teigplatte setzen, den Rand mit Wasser befeuchten und zum Halbmond zusammendrücken. Die Seiten fest zusammenkneifen, damit die Füllung nicht raus kann. In simmerndem, gesalzenen Wasser ca. 3 Minuten gar ziehen lassen. Nicht kochen, sonst platzen sie auf. Wenn die Pierogi an die Oberfläche steigen, sind sie gut. Mit einem Schaumlöffel herausnehmen. Ich habe dazu gebratene Salbeiblätter und braune Butter gereicht. Total lecker. Gebratene Zwiebeln wären sicher auch toll!